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räumliche Bilder

Wieso sind die Bilder räumlich? Nun ja, die Bilder sind in Wirklichkeit garnicht räumlich, der räumliche Eindruck entsteht erst in unseren Köpfen. Und dazu braucht das Gehirn 2 Bilder, nämlich eins fürs linke und eins fürs rechte Auge. Die Kunst besteht nun darin dem linke und rechten Auge das entsprechende Bild zukommen zu lassen. Dafür gibt's mehrere Möglichkeiten: z.B. die Anaglyphen-Technik, bei ihr werden die Links- und Rechts-Bilder in einem Bild dargestellt in dem für das linke Auge die Farbe Grün und das rechte die Farbe Rot benutzt wird. Es kann aber auch die Farbe Blau und Rot benutzt werden. Zum Betrachten verwendet man dann eine Brille mit dem entsprechenden Farbfilter. Das Ergebis im Kopf ist dann allerdings ein schwarz-weisses Bild. Außerdem kann man sich mit diesem Verfahren nicht sehr lange Bilder betrachten, da es zu Verwirrungen im Kopf kommt, weil eben das eine Auge nur rot und das andere nur grün sieht. Es gibt auch "Farb"-Anaglyphen, bei der Betrachtung erhält man dann nicht nur ein schwarz-weisses Bild sondern hat auch einen Farbeindruck, aber eben nur den Eindruck und nicht die richtige Farbe.

Will man den vollen Farbeindruck bekommen muß man die Bilder den Augen auf eine andere Art zuführen. Man kann die beiden Bilder (also links/rechts) nebeneinander plazieren und die Größe so wählen das sie nicht weiter (Bildmitte zu Bildmitte) als Augenabstand (ca. 6,5 cm) auseinander sind. Jetzt kann man, mit etwas Übung, parallel blicken und mit dem linke Auge nur das linke Bild und mit dem rechtem Auge nur das rechte Bild anschauen und schon ergibt sich im Kopf ein wunderbar räumliches Bild. Für Menschen die die vor Jahren mal sehr bekannten Stereogramme oder Pixelbilder sehen konnten, ist diese Methode einfach. Klappt es nicht mit "bloßen" Augen kann man ein Hilfsmittel zur Hand (oder besser zu Auge) nehmen. Das sind die s.g. Stereobild-Betrachter, davon gibt es einige, z.B. mit Prismen und Lupen. Sie haben auch noch den Vorteil, dass die Bilder dann auch größer sein dürfen und man so mehr Details in den Bildern erkennen kann. Eine andere Methode, der freiäugigen Betrachtung, ist der Kreuzblick (Schielen), dabei dürfen die beiden Bilder auch etwas größer sein.

Wenn man die Bilder noch größer möchte, bietet sich eine Projektion mit Dia- oder Video-Projektoren an. Den letzteren gehört wohl die Zukunft wegen der fortschreitenden Digitalisierung. Bei der Projektion werden die Bilder ineinander dargestellt. Um diese wieder für die beiden Augen zu trennen werden oft Polarisations-Filter benutzt, bei der Videoprojektion können auch Shutterbrillen eingesetzt werden. Bei der Methode mit den Shutterbrillen werden die Bilder dem entsprechenden Auge nacheinander zugeführt, das dann halt so schnell das es nicht mehr flimmert. Mittlerweile kann man natürlich räumliche Bilder sehrgut mit 3D-Fernsehern betrachten.

Noch eine Methode ohne Hilfsmittel vor den Augen ist die Linsenraster-Technik. Nun ja, man hat dabei nicht direkt vor den Augen ein Hilfsmittel, aber zwischen dem Bild und sich schon, nämlich die Linsenrasterfolie direkt auf dem Bild. Hiermit lassen sich auch relativ große Bilder herstellen. Diese Art eignet sich gut als eyecatcher.

© 2014, Holger Lauterjung